Ton


Ton

* * *

1Ton [to:n], der; -[e]s, -e:
besonders zur Herstellung von Töpferwaren verwendetes lockeres, feinkörniges Sediment von gelblicher bis grauer Farbe:
Ton kneten; etwas in Ton modellieren; eine Vase aus Ton.
Zus.: Töpferton.
  2Ton [to:n], der; -[e]s, Töne ['tø:nə]:
1. auf das Gehör wirkende gleichmäßige Schwingung der Luft:
leise, tiefe Töne; das Instrument hat einen schönen Ton (Klang).
Syn.: Klang, Laut, Schall.
Zus.: Fanfarenton, Flötenton, Geigenton, Glockenton, Harfenton, Orgelton, Pfeifton.
2. <ohne Plural> Betonung:
der Ton liegt auf der ersten Silbe; die erste Silbe trägt den Ton.
3. <ohne Plural> Art und Weise des [Miteinander]redens und Schreibens:
er ermahnte uns in freundlichem Ton; der überhebliche Ton seines Briefs ärgerte mich; bei uns herrscht ein rauer Ton.
Syn.: Akzent, Aussprache.
Zus.: Befehlston, Plauderton.
4. Farbton:
ein Gemälde in blauen, satten Tönen.
Syn.: Farbe.
Zus.: Blauton, Braunton, Bronzeton, Gelbton, Goldton, Grauton, Grünton, Lilaton, Pastellton, Rotton, Silberton, Violettton.

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Ton1 〈m. 1
1. Feldspat enthaltendes Sediment mit Korngrößen meist kolloidaler Größenordnung, in feuchtem Zustand weiche, formbare Masse, die von Töpfern u. Bildhauern verwendet wird
2. gebrannte Masse
● eine Vase aus \Ton; eine Figur in \Ton bilden, aus \Ton kneten [<mhd. tahe, dahe <ahd. daha „Ton, Lehm, irdenes Gefäß“ <got. þaho „Ton, Lehm“, eigtl. „(beim Austrocknen) Dichtwerdendes“]
————————
Ton2 〈m. 1u
1. hörbare Luftschwingung
2. 〈Mus.〉
2.1 Klang
2.2 Klangfarbe, Klangart (von Instrumenten)
3. Betonung, Nachdruck, Akzent
4. Schattierung, Spur, Kleinigkeit (auch von Farben)
5. 〈fig.〉
5.1 Art des Sprechens, Umgangston, die Art, innerhalb einer Gemeinschaft miteinander zu sprechen
5.2 Äußerung, Wort
● er redete im \Ton eines Schulmeisters ● den \Ton angeben 〈fig.〉 eine Gesellschaft beherrschen; einen anderen \Ton anschlagen 〈fig.〉 sein Benehmen ändern; hast du Töne? 〈fig.; umg.〉 ist das möglich? (Ausruf des Erstaunens); den \Ton nicht halten beim Singen allmählich immer tiefer werden; keinen \Ton hervorbringen; keinen \Ton sagen; du hättest ja einen \Ton sagen können; der \Ton liegt auf der ersten, zweiten, letzten Silbe; der \Ton macht die Musik 〈fig.〉 von der Art u. Weise, wie etwas gesagt wird, hängt es ab, wie es aufgefasst wird; diesen \Ton verbitte ich mir! ● die Vorhänge haben einen anderen \Ton als die Tapeten Farbton; etwas in barschem, befehlendem, freundlichem, scharfem \Ton zu jmdm. sagen; ein blecherner, metallischer \Ton; falscher \Ton 〈Mus.〉; große Töne reden, spucken 〈fig.; umg.〉 sich wichtigmachen, prahlen; es gehört zum guten \Ton, dass ...; der Anstand, die gute Sitte fordert, dass ...; halber, ganzer \Ton 〈Mus.〉; die Farbe ist einen \Ton zu hell, zu dunkel; hier herrscht ein herzlicher, liebenswürdiger, rauer \Ton 〈fig.〉; keinen \Ton von sich geben ganz still sein; klagender, schriller, wimmernder \Ton; in lautem, leisem \Ton sprechen; der \Ton hier bei uns ist rau, aber herzlich 〈fig.〉; das Klavier hat einen schönen \Ton; etwas in vorwurfsvollem, wehleidigem \Ton sagen ● jmdn. in den höchsten Tönen loben 〈fig.〉 überschwänglich loben; in freundlichem, nettem \Ton sprechen; \Ton in \Ton farblich einheitlich; das neue Wohnzimmer ist ganz \Ton in \Ton gehalten ● was ist denn das für ein \Ton? 〈umg.〉 was ist das für eine unverschämte Sprechweise? [<mhd. ton, don „Melodie, Lied, Laut, Ton, Stimme“ <ahd. tonus <lat. tonus „Spannung (der Saiten); Ton, Laut, Klang, Färbung“]

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Ton [über frühneuhochdt. than zu ahd. da̅ha = (beim Austrocknen) Dichtwerdendes], der; -s u. -es, -e: feinkörniges, meist gelblichbraunes bis graues klastisches Gestein mit Korngrößen < 0,002 mm, das, als Sedimentgestein durch Verwitterung der Feldspäte, Glimmer u. a. Silicate u. Alumosilicate entstanden, der Hauptbestandteil der Böden, Lehme u. Mergel ist. Zu den technisch wichtigsten Tonmineralen (Phyllosilicate) gehören Kaolinit, Montmorillonit, Illit, Halloysit u. Vermiculit, die zur Herst. von Keramik (Tonwaren) u. als Adsorbentien, Ionenaustauscher, Bleicherden, Füllstoffe, Katalysatorgerüststoffe u. dgl. dienen.

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1Ton , der; -[e]s, (Arten:) -e [Verdumpfung von frühnhd. tahen, than, mhd. tāhe, dāhe, ahd. dāha, eigtl. = (beim Austrocknen) Dichtwerdendes]:
bes. zur Herstellung von Töpferwaren verwendetes lockeres, feinkörniges Sediment von gelblicher bis grauer Farbe:
T. formen, brennen;
Gefäße aus T.
2Ton , der; -[e]s, Töne [mhd. tōn, dōn = Lied; Laut, Ton, ahd. tonus < lat. tonus = das (An)spannen (der Saiten); Ton, Klang < griech. tónos, zu: tei̓nein = (an)spannen, dehnen]:
1.
a) vom Gehör wahrgenommene gleichmäßige Schwingung der Luft, die (im Unterschied zum Klang) keine Obertöne aufweist:
ein hoher, tiefer T.;
der T. verklingt;
einen T., Töne hervorbringen;
b) (aus einer Reihe harmonischer 2Töne (1 a) zusammengesetzter) Klang (1):
ein klarer, runder T.;
ein ganzer, halber T. (Musik; Abstand eines Tones vom nächsten innerhalb einer Tonleiter);
den T. (Musik; die Tonstufe) a auf dem Klavier anschlagen;
Ü man hört den falschen T., die falschen Töne in seinen Äußerungen (man hört, dass das, was er sagt, nicht ehrlich gemeint ist);
[den Sängerinnen und Sängern] den T. (die Tonhöhe) angeben;
R der T. macht die Musik (es kommt auf die 1Tonart 2 an, in der jmd. etwas sagt, vorbringt);
den T. angeben (tonangebend sein);
jmdn., etw. in den höchsten Tönen loben (jmdn., etw. überschwänglich loben);
c) (Rundfunk, Film, Fernsehen) Tonaufnahme:
den T. steuern, aussteuern;
einem Film T. unterlegen;
T. ab! – T. läuft! (Kommando u. Bestätigung des Kommandos bei der Aufnahmearbeit).
2.
a) <meist Sg.> Rede-, Sprech-, Schreibweise, Tonfall (2):
bei ihnen herrscht ein ungezwungener, rauer T. (Umgangston);
nicht den richtigen T. finden;
einen überheblichen T. anschlagen;
ich verbitte mir diesen T.!;
sich einen anderen T. ausbitten;
etw. in einem freundlichen T. sagen;
sich im T. vergreifen;
einen [furchtbaren o. Ä.] T. am Leib haben (ugs. abwertend; in ungebührlicher Weise sprechen, sich äußern);
einen anderen, schärferen o. Ä. T. anschlagen (von nun an größere Strenge walten lassen);
b) (ugs.) Wort; Äußerung:
keinen T. reden, verlauten lassen;
er konnte vor Überraschung, Heiserkeit keinen T. heraus-, hervorbringen;
er hätte nur einen T. zu sagen brauchen;
ich möchte keinen T. mehr hören (ugs.; Aufforderung bes. an ein Kind, keine Widerrede mehr zu geben);
R hast du/haste/hat der Mensch Töne? (salopp; hat man dafür noch Worte?);
große/dicke Töne reden/schwingen/spucken (ugs. abwertend; großspurig, angeberisch reden);
der gute/(seltener:) feine T. (Regeln des Umgangs; nach A. v. Knigge, Knigge: den guten T. verletzen; etw. gehört zum guten T.)
3. Betonung (1), Akzent (1 a):
die zweite Silbe trägt den T.
4. (Literaturwiss.) (in der Lyrik des MA. u. im Meistersang) sich gegenseitig bedingende Strophenform u. Melodie; Einheit von rhythmisch-metrischer Gestalt u. Melodie.
5. [wohl nach frz. ton < lat. tonus] Kurzf. von Farbton (1, 2):
kräftige, warme, matte Töne;
Polstermöbel und Tapeten sind im T. aufeinander abgestimmt;
die Farbe ist einen T. (ugs.; eine Nuance) zu grell;
T. in T. ([in Bezug auf zwei od. mehrere Farbtöne] nur in Nuancen voneinander abweichend u. einen harmonischen Zusammenklang darstellend).

* * *

I
Ton
 
[althochdeutsch dāha, eigentlich »(beim Austrocknen) dicht Werdendes«] der, -(e)s/-e, feinkörniges klastisches, meist gelbliches bis graues Lockergestein mit Korngrößen von weniger als 0,002 mm (Pelite); auch rot oder violett (durch Eisenoxide und -hydroxide), grün (durch Chlorite) oder schwarz (durch organisches Material). Ton bestehen v. a. aus den bei der Verwitterung neu gebildeten Tonmineralen, ferner aus erhalten gebliebenen staubförmigen Mineraltrümmern (u. a. Quarz, Feldspäten, Glimmer, Tonmineralen, Schwermineralen wie Hämatit), nach der Sedimentation neu entstandenen Mineralen (u. a. Glaukonit, Pyrit, Dolomit, Calcit) und biogenen Resten (Kalk- und Kieselschalen, Humus, Kohle). Im Schwarzschiefer und Ölschiefer können organische Bestandteile über 30 % ausmachen (Erdölmuttergesteine). Hohe Metallgehalte weist v. a. der Kupferschiefer auf. Die feinerdige, glanzlose, zerreibliche Masse des Tons gibt beim Anhauchen den charakteristischen »Tongeruch« und haftet an der Zunge. Sehr feinkörnige, quarzarme Tone (also mit hohem Gehalt an Tonmineralen) werden als fette Tone, stark mit Staubsand vermengte Tone als magere Tone, quarzsandreiche Tone als Lehme, kalkreiche Tone als Mergel, stark steinsalz- und gipshaltige Tone als Salztone bezeichnet. Durch diagenetische Verfestigung der Tone entstehen Tonstein und Schieferton, durch Schieferung infolge tektonischen Drucks und leichter Metamorphose Tonschiefer. Bei der Diagenese werden Tonminerale eingeregelt und umgebildet, und Porenwasser wird ausgepresst.
 
Tone entstehen durch Verwitterung auf älteren Gesteinen, v. a. aber durch Abtragung, Transport und Ablagerung von Gesteinsmaterial, besonders im Meer (v. a. auf dem äußeren Schelf und in Tiefsee-Ebenen, u. a. roter Tiefseeton), jedoch auch auf dem Festland, in Seen (zum Teil mit rhythmischer, jährlich oder jahreszeitlich wechselnder Materialzufuhr, z. B. Bändertone) und in Überschwemmungsgebieten und Deltas von Flüssen. Außerdem können Tone durch Verwitterung von pyroklastischen Vulkaniten gebildet werden (Bleicherde, Bentonit, Tonstein in Kohleflözen). Etwa 50 % aller Sedimentgesteine sind Tone oder aus Ton entstanden.
 
V. a. die Tonminerale sind die Träger der charakteristischen Eigenschaften des Tons. Sie nehmen leicht Wasser auf, vergrößern dadurch das Volumen (Quellfähigkeit) und werden wasserundurchlässig (Grundwasserstauer; auch wichtig in der Bautechnik); denn trotz großem Gesamtporenraum sind die einzelnen Porenräume sehr eng. Tone sind plastisch verformbar, v. a. Quicktone neigen zu Thixotropie. Für den Stoffhaushalt der Böden ist das Ionenaustauschvermögen wichtig (Austauschkapazität). Ton dient als Rohstoff bei der Herstellung von keramischen Erzeugnissen (Ziegelsteinen, Kacheln, Töpferwaren u. a.), Baustoffen (Zement, feuerfesten Stoffen, Blähton u. a.), als Füllstoff in der Papierindustrie und als Bohrspülmittel.
 
 
G. Millot: Geology of clays (a. d. Frz., Berlin 1970);
 P. E. Potter u. a.: Sedimentology of shale (ebd. 21984);
 H. Chamley: Clay sedimentology (ebd. 1989);
 D. Heim: T. u. T.-Minerale (1990);
 
Microstructure of fine-grained sediments, from mud to shale, hg. v. R. H. Bennett u. a. (Berlin 1991);
 
T.-Minerale u. Tone, hg. v. K. Jasmund u. G. Lagaly (1993).
 
II
Ton
 
[mittelhochdeutsch don, ton »Lied«, »Laut«, »Ton«, von lateinisch tonus »das (An)spannen (der Saiten)«, »Ton«, »Klang«, von griechisch tónos »das Spannen«] der, -(e)s/Töne,  
 1) Akustik: Bezeichnung für einen Schall von sinusförmigem Schwingungsverlauf. Das Schallspektrum eines Tons enthält nur eine einzige Frequenz; er wird daher auch häufig als reiner oder als einfacher (Sinus-)Ton bezeichnet, um ihn von einem musikalischen Ton (z. B. Geigenton), der im Allgemeinen aus einer Reihe harmonischer Töne zusammengesetzt ist und physikalisch als Klang bezeichnet wird, zu unterscheiden. Die charakteristischen Merkmale eines Tons sind Tonhöhe und Tonstärke, die durch die Frequenz beziehungsweise die Amplitude der Schallschwingung physikalisch bestimmt sind. (Kombinationstöne)
 
In der abendländischen Musik ist der Ton die kleinste Einheit des musikalischen Materials. Das deutlichste Symptom dieses historisch bedingten Sachverhalts ist die Notenschrift, in der die kleinsten grafischen Elemente Töne bezeichnen. Ein Ton kann in bestimmten kompositorischen Zusammenhängen Träger musikalischer Bedeutung oder aber nur Baustein eines musikalischen Bedeutungsträgers (wie Motiv, Phrase, Thema) sein.
 
Die Tonempfindung (Hören) lässt sich nur näherungsweise durch Angabe von Kenngrößen der entsprechenden Reize beschreiben. Während die Akustik im Wesentlichen den zeitlichen Verlauf der Schwingungen, die den Reiz darstellen, durch Angaben der Frequenzen, Amplituden und Phasen beschreibt, hat die Hör- beziehungsweise Tonpsychologie andere, zum Teil allerdings umstrittene, musikalisch relevante Toneigenschaften bestimmt: Klangfarbe, Helligkeit, Rauigkeit, Volumen, Dichte usw. - Schallempfindungen, denen keine Tonhöhe zugeordnet werden kann (Geräusch, Knall), werden in der Regel nicht als Ton bezeichnet.
 
 
C. Stumpf: T.-Psychologie, 2 Bde. (1883-90, Nachdr. 1965);
 H. von Helmholtz: Die Lehre von den T.-Empfindungen (61913, Nachdr. 1983);
 J. Handschin: Der T.-Charakter. Eine Einf. in die T.-Psychologie (1948);
 H.-P. Hesse: Die Wahrnehmung von T.-Höhe u. Klangfarbe als Problem der Hörtheorie (1972);
 D. Ennemoser: Das Maß des Klanges. Über die Entdeckung des Codes, mittels welchem das Gehirn Tonschönheit entschlüsselt (Zürich 1990, dt. u. engl.).
 
 2) Literatur: im Minnesang, in der Sangspruchdichtung, im Meistersang und in der strophischen Epik die Einheit von Strophenform und Melodie, ein »Strophenmodell«, das sowohl den Verlauf der Melodie, ihre Gliederung und ihre rhythmische Struktur als auch die metrische Gestalt des vertonten Textes umfasst. Das mittelhochdeutsche Wort don geht zurück auf althochdeutsch tuni (»Geräusch«) und lateinisch tonus. Die Lehnwortbedeutung setzte sich mit dem höfischen Minnesang durch. Die Meistersinger übernahmen den Begriff, sie beschränkten sich in ihren Liedern und Spruchgedichten zunächst auf die Verwendung der Töne der »zwölf alten Meister«, bis seit den Reformbestrebungen unter H. Folz (gegen 1480) dann die Schaffung eines neuen Tons Voraussetzung zur Erlangung der Meisterwürde wurde (Meistersang).
 
 3) Malerei: der Farbton. Tonig nennt man ein Kolorit, das von einem Farbton beherrscht wird, dem die anderen Farben angeglichen sind.
 
III
Tọn,
 
Einheitenzeichen ton, in Großbritannien noch gebräuchliche Masseneinheit: 1 ton = 2 240 pounds = 1 016,047 kg; in den USA nur im Sinne von Short Ton (im Unterschied zur Long Ton).
 
IV
Tọn,
 
Konstantin Andrejewitsch, russischer Architekt, Thon, Konstantin Andrejewitsch.
 
V
Ton
 
[griechisch/lateinisch], durch periodische Schwingungen eines Mediums hervorgerufenes Schallereignis, das im Gegensatz zum Geräusch eine exakt bestimmbare Tonhöhe aufweist. Der Begriff wird physikalisch-akustisch und musiktheoretisch unterschiedlich definiert. Jeder natürliche, mithilfe eines Musikinstruments oder der menschlichen Stimme hervorgebrachte Ton setzt sich aus dem Grundton und dessen Obertönen zusammen. In diesem Sinn findet der Begriff im Allgemeinen musikalischen Sprachgebrauch Anwendung. Als kleinstes Element des musikalischen Ausdrucks verfügt der Ton über grundlegende Eigenschaften wie Tonhöhe, Lautstärke, Klangfarbe und Tondauer (Rhythmus), weitere Charakteristika ergeben sich aus dem musikalischen Zusammenhang. In der populären Musik sind darüber hinaus Tongebung, Artikulation und andere spezifische Merkmale zusätzlich von Bedeutung. Akustiker bezeichnen nur sinusförmige Schwingungsverläufe (Sinustöne) als Ton. Die in der Praxis vorkommende Mischung von Grundton und Oberwellen gilt dann bereits als Klang. Reine Sinustöne lassen sich nur elektronisch erzeugen und wurden erst mit dem Aufkommen des modernen elektronischen Instrumentariums genutzt.
 
 
 
 
 
 
 
 
 

* * *

1Ton, der; -[e]s, (Arten:) -e [Verdumpfung von frühnhd. tahen, than, mhd. tāhe, dāhe, ahd. dāha, eigtl. = (beim Austrocknen) Dichtwerdendes]: bes. zur Herstellung von Töpferwaren verwendetes lockeres, feinkörniges Sediment von gelblicher bis grauer Farbe: T. formen, brennen, bearbeiten; T. aus einer Grube gewinnen; Gefäße aus T.
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2Ton, der; -[e]s, Töne [mhd. tōn, dōn = Lied; Laut, Ton, ahd. tonus < lat. tonus = das (An)spannen (der Saiten); Ton, Klang < griech. tónos, zu: teínein = (an)spannen, dehnen; 5: wohl nach frz. ton < lat. tonus]: 1. a) vom Gehör wahrgenommene gleichmäßige Schwingung der Luft, die (im Unterschied zum Klang) keine Obertöne aufweist: ein hoher, tiefer, leiser, sirrender, lang gezogener T.; von irgendwoher war ein T. zu hören; der T. verklingt; einen T., Töne hervorbringen; b) (aus einer Reihe harmonischer Töne 1a zusammengesetzter) ↑Klang (1): ein klarer, runder, voller T.; Schmidts elegischer, geschmeidiger T., Eberweins ausdrucksvolle Kantilene und das präzise, musikalisch fundierte Spiel der versierten Pianistin (Orchester 5, 1983, 481); das Instrument hat einen edlen, samtenen, weichen T.; ein ganzer, halber T. (Musik; Abstand eines Tones vom nächsten innerhalb einer Tonleiter); er konnte die hohen Töne nicht lange genug halten; den T. (Musik; die Tonstufe) a auf dem Klavier anschlagen; [den Sängerinnen und Sängern] den T. (die Tonhöhe) angeben; R der T. macht die Musik (es kommt auf die 1Tonart 2 an, in der jmd. etwas sagt, vorbringt); Ü man hört den falschen T., die falschen Töne in seinen Äußerungen (man hört, dass das, was er sagt, nicht ehrlich gemeint ist); *den T. angeben (tonangebend sein): In Dessau hatten die Sellmanns zu denen gehört, die den T. angaben (Bieler, Mädchenkrieg 29); jmdn., etw. in den höchsten Tönen loben (jmdn., etw. überschwänglich loben): Aber Frau Gleitze rede auch in den höchsten Tönen von dem Ludwig und von Neuschwanstein (M. Walser, Seelenarbeit 209); c) (Rundf., Film, Ferns.) Tonaufnahme: den T. steuern, aussteuern; Die Stimme ist zu laut, der T. muss neu eingesteuert werden (Weber, Tote 300); einem Film T. unterlegen; T. ab! - T. läuft! (Kommando u. Bestätigung des Kommandos bei der Aufnahmearbeit); T. ab - Bild läuft: Nachvertonung per Video kann der langweiligsten Party Schwung geben (Hörzu 39, 1981, 101). 2. a) <meist Sg.> Rede-, Sprech-, Schreibweise, ↑Tonfall (2): sein T., der T. seines Briefes ist arrogant; was ist das für ein T.? (Ausdruck der Entrüstung); bei ihnen herrscht ein ungezwungener, rauer T. (Umgangston); nicht den richtigen T. finden; einen ungehörigen, frechen, anmaßenden, überheblichen, polemischen T. anschlagen; einen barschen, schnodderigen T. an sich haben; ich verbitte mir diesen T.!; sich einen anderen T. ausbitten; er wechselte plötzlich den T.; Sie redet beruhigend auf ihn ein, dem T. nach (Frischmuth, Herrin 9); etw. in einem freundlichen T. sagen; sich im T. vergreifen; dann sagte Oberhofs Stimme im -e freudiger Überraschung (Seidel, Sterne 81); Erst einmal verhalten in T. und Themen auftreten, trotzdem aber mehr an Meldungen bringen als die anderen Zeitungen (Kühn, Zeit 109); Wenn ich sage: Bring den Eimer runter, werde ich das anders sagen, mit einem anderen T., unsicher vielleicht (Loest, Pistole 177); *einen [furchtbaren o. ä.] T. am Leib haben (ugs. abwertend; in ungebührlicher Weise sprechen, sich äußern): hat der aber/der hat vielleicht einen T. am Leib!; einen anderen, schärferen o. ä. T. anschlagen (von nun an größere Strenge walten lassen); b) (ugs.) Wort; Äußerung: keinen T. reden, von sich geben, verlauten lassen; er konnte vor Überraschung, Aufregung, Heiserkeit keinen T. heraus-, hervorbringen; er hätte nur einen T. zu sagen brauchen; Wieso, sag' ich, hätte ich einen T. sagen müssen? Du hast doch Augen im Kopf! (Schwarzer, Unterschied 104); ich möchte keinen T. mehr hören (ugs.; Aufforderung bes. an ein Kind, keine Widerrede mehr zu geben); R hast du/haste/hat der Mensch Töne? (salopp; Ausruf des Erstaunens; hat man dafür noch Worte?); *große/dicke Töne reden, schwingen, spucken (ugs. abwertend; großspurig, angeberisch reden): Eine Runde Beamter in Zivil. Sie sekkieren mich mit Fragen, drohen, spucken große Töne (Sobota, Minus-Mann 258); der gute, (seltener:) feine T. (Regeln des Umgangs; nach A. v. Knigge, ↑Knigge): den guten T. verletzen; etw. gehört zum guten T. 3. Betonung (1), ↑Akzent (1 a): bei diesem Wort liegt der T. auf der ersten Silbe; die zweite Silbe trägt den T.; Ü in ihrer Ansprache legte sie den T. auf die Einheit der Nation. 4. (Literaturw.) (in der Lyrik des MA. u. im Meistersang) sich gegenseitig bedingende Strophenform u. Melodie; Einheit von rhythmisch-metrischer Gestalt u. Melodie. 5. kurz für ↑Farbton: kräftige, warme, satte, leuchtende, matte Töne; Polstermöbel und Tapeten sind im T. aufeinander abgestimmt; Überraschend die vielen dunklen, ins Blaue spielenden Töne (Fest, Im Gegenlicht 315); Das Meer ... hat vielerlei Blaus und ist dem Himmel in keinem T. ähnlich (Fels, Kanakenfauna 84); die Farbe ist einen T. (ugs.; eine Nuance) zu grell; *T. in T. ([in Bezug auf zwei od. mehrere Farbtöne] nur in Nuancen voneinander abweichend u. einen harmonischen Zusammenklang darstellend): die ganze Inneneinrichtung ist T. in T. gehalten.

Universal-Lexikon. 2012.

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